Pseudo RedQueens Ausflug ins Engadin
(Achtung!!! Nicht vergessen auch die Gegendarstellung zu lesen!)
Die Herren Grüter und Logue hatten vereinbart, sich um 16.00 Uhr an der Ausfahrt Landquart zu treffen. Da aber der Herr Logue einmal mehr die Gastfreundschaft der Familie Zeugin (man beachte: neu in Malans) geniessen durfte, vereinbarte er mit dem im Stau steckenden Herr Hans eine neue Zeit, wie auch einen neuen Treffpunkt.
Kurz nach dem genüsslichen Abendmahl, als man sich auf dem Sitzplatz niederliess und sich der Abendstimmung hingab, begann das nimmer enden wollende Klingeln des Telefons. Zuerst teilte Fabienne, die leibliche Tochter der Zeugins, mit, dass sie an der Wanderung nicht teilnehmen werde. Kurz darauf meldete sich die aus Kopenhagen zurückgekehrte Sabina per Telephon und beantragte eine Verschiebung der Fahrt nach Zernez aufgrund fehlender sauberer Wäsche. So sollte man sich doch bereits heute Abend treffen und gemeinsam einen Ausflug in die Hauptstadt des Kantons Graubünden, Chur, machen und dann erst am folgenden Tag, dem Samstag, die Wanderung beginnen. Nachdem der Herr Logue das Einverständnis der Herren Grüter und Borer einholte, galt es eine geeignete Behausung für die Nacht zu suchen. Dem Herrn Logue war es sichtlich unangenehm der Familie Zeugin so unangemolden Unannehmlichkeiten zu bereiten, obwohl Yvonne und Jakob Zeugin bereit gewesen wären, den drei Männern Unterschlupf zu gewähren. Doch bald konnte der Ire Jürg wieder ungebunden durchatmen, denn die Sabina, eine gebürtige Joos, bot an, bei ihr die Nacht zu verbringen (natürlich nicht bei ihr im Zimmer, sondern alle männlichen Wanderer auf verschiedene Zimmer verteilt). Das Unterfangen "Ausgang in Chur" konnte also in Angriff genommen werden.
Nachdem man sich bei den neuen Gastgebern vorgestellt hatte und einen sichtlich guten Eindruck hinterliess, und die junge Dame aufgeladen hatte, bewegte man sich per Bus und Zug Richtung Chur. Der gebeutelte Christoph schaffte es zudem sich die Reisekosten für den Zug zu sparen, obwohl er in die Kontrolle geriet. Zu verdanken wäre dies wohl dem Jürg, der dem Kondukteur die Situation schilderte und somit den Christoph von der Schuld des Schwarz-Fahrens freisprach (Christoph wollte sein Ticket lösen, als eine Person uns anschrie endlich einzusteigen).
In Chur angekommen, kamen die drei Rammelknaben in den Genuss einer hoch interessanten Stadtführung, durch die einheimische Sabina Joos. Am Ende der Führung landeten die vier Weltenbummler in der Altstadt bei Tom's Bierbox, wo man auf den Patrick und einen weiteren Zeugin traf, den jüngsten der drei, Marco. Hier wurden also die ersten Bierchen in die durstigen Mäuler geleert und etwas an der Stimmung gehandhabt. Als dann der Tom seine Bierbox zumachte, galt es einen weiteren Hafen zu finden, an dem sich die Matrosen genüsslich tun konnten: Felsenbar. Hier stellte sich heraus, dass alle, mit Ausnahme von Paul (:-)), sich als exzellente Tänzer erwiesen. Da man aber den Nachtbus Richtung Untervaz nicht verpassen durfte, hiess es Abschied nehmen von Patrick und Marco, wie auch Chur. Um 2 Uhr in der Früh traf man dann in Untervaz ein und bequemte sich in sein zugewiesenes Nachtlager.
Drei der vier erwachten gut ausgeruht. Einer konnte aus unergründlichen Gründen nicht gut schlafen. Doch nach einer guten Frühstücksmahlzeit schickten sich die vier an, die fünfte im Bunde in Landquart abzuholen und dann sich ins Engadin zu begeben.
Gegen 10.00 Uhr lief das Fahrzeug der Wanderer in Zernez ein, wo sie sich mit Esswaren eindeckten, um die zwei Tage gut zu überstehen. Ja und dann stand an, sich für eine Tour zu entscheiden. Zum einen stand da natürlich die Tour zu den Macunseen zur Auswahl. Die Macunseen sprechen mit ihrer unerhörten Schön- und Schroffheit für sich und der Herr Logue kennt diese Region wie seine Hosentasche (das wäre in diesem Falle die linke!). Zum anderen gab es die Qual der Wahl der unzähligen Touren im restlichen Nationalpark. Aufgrund der Beschreibungen von Jürg entschied sich das Wanderteam für die Macunseen.
Aus unerklärlichen Gründen zog sich die Wanderung hinauf zum Spitz etwas in die Länge. Es könnte aber auch gut sein, dass man sich in der Zeitangabe etwas verschätzte. Egal...! Auf der Passhöhe, wo sich die Gebeutelten ausruhen konnten, standen einige Gipfelphotos an. Danach schickte man sich an, hinunter zu den Seen zu wandern. Einigen unbewusst, wurde sogar einer der zwei oder drei Blockgletscher überquert. Welch grossartiges Erlebnis! Unten beim Lai d'Immez angekommen, konnten sich die fünf Wanderer endlich ihrem Mittagsmahl hingeben und ausgiebig essen. Mittagsmahl ist an dieser Stelle doch etwas verschämt zu sagen, denn es war bereits 17 Uhr.
Nach der Stärkung und einer intensiven Bewunderung der Seen, welche in der Abendsonne schön glitzerten, machte man sich auf den Weg nach Lavin hinunter.
In Lavin angekommen reichte es gerade noch, den Zug Richtung Zernez zu erwischen, ohne allerdings Zeit für den Kauf der nötigen Bahnbillete zu haben. Beim Einstieg in den Zug wurden die fünf Zeugen einer doch etwas anderen Situation. Der junge Mann, welchem man beim Abstieg der Macunseen schon zuvor begegnete, schaffte es gleichzeitig mit uns den Zug zu besteigen, doch von seiner Freundin war noch keine Spur. Wie sich herausstellte hiess seine Freundin Victoria. Diesen Namen schrie unser Fremder etliche Male, zusammen mit "Come on" (Come on Victoria, das "on" war sehr lang gezogen, etwa so "oooooooon"). Mit letzter Kraft schaffte es Victoria dann doch noch. Erschöpft liess sie sich dann auf den Sesseln nieder. Wir konnten uns leider ein kleines Lachen nicht ganz verkneifen. :-)
Wie schon gesagt, hatten die Jungs und Damen keine Zeit, um ein Billet auszustellen. Die beiden Damen unter den Wanderern sollten, wie sich später im Gespräch herausstellte, keine Angst vor einer unerwarteten Billetkontrolle haben, da sie beide ein Gleis7 auf sich trugen. Die Jungs dagegen hatten keine gültigen Gas oder Gleis7 oder sonstiges bei sich. Mit der Angst im Nacken schauten sich die Jungs ständig wieder nach dem lieben Herrn Kondukteur um. Es schien fast so, dass dieser gütige Mensch es nicht mehr schaffen sollte, die Reisenden vor der Haltestelle Zernez zu kontrollieren. Doch, dieses Mal schien den drei Jungs das Glück nicht wohl gesinnt zu sein. Sabina erblickte das Unheil zuerst und berichtete, was sie mit ihren Augen gesehen zu haben schien. Nun, ja statt einfach cool zu bleiben, sitzen zu bleiben, machten sich die fünf Personen fluchtartig auf den Weg zum Ausgang, obwohl der Zug noch eine Weile zu fahren hatte. Sabina dachte wohl, dass dies nicht auffällig war, doch stand uns Verbrecher, BöFeind, geradezu ins Gesicht geschrieben. Da fasste sich Herr Logue ein Herz und ging auf den Kondukteur zu und fragte diesen, ob es möglich wäre noch ein Billet zu lösen. Dabei hoffte er auf die Gutmütigkeit des Herrn Kondukteur, welche dieser tatsächlich auch besass. So mussten die drei Jungs lediglich die Fahrt von Lavin nach Zernez bezahlen. 5.20 CHF - ein guter Preis, wenn man bedenkt, dass es 50 oder 60 CHF hätten sein können.
Müde aber froh in Zernez angekommen zu sein, machten sich die Wandermänner und -frauen auf den Weg zu ihrem Auto. Unterwegs kam die Rede auf, wie toll es wäre eine Dusche zu nehmen. Wiederum war es der tollkühne Herr Logue, welcher mit einer blendenden Idee aufkam. Da er sich in Zernez bereits auskannte und die Gewohnheiten der Menschen schon kannte, kam er auf die fast schon geniale Idee im Touristenlager des Hotel Bär-Post zu duschen. Schon einige Male, hatte dieser deren Duschen legal benutzt, als sein Team von Wissenschaftlern dort hauste. Das Ganze hätte nicht krimineller durchgeführt werden können. Mit ausgeschalteten Lichtern fuhr man auf den Parkplatz des Hotels vor; mit heruntergezogener Mütze und schuldigen Blicken näherte man sich den Waschsalons. Nach getaner Arbeit (oder besser gesagt Vergnügen) schlichen die fünf unerkannt wieder davon.
Während der Wanderung zu den Macunseen hatte der junge Herr Borer den genialen Einfall, man könnte doch frei zelten, und zwar hatte er den idealen Standort schon gesichtet. Nach der wohltuenden nächtlichen Dusche machte man sich auf, das Lager für die Nacht vorzubereiten und zwar genau dort, wo der Pauli das geplant hatte. Nachdem das Zelt aufgestellt war (das Zweite konnte leider aufgrund fehlender Accessoires nicht plangemäss aufgestellt werden) und sich jeder eingerichtet hatte, nahm die Frau Baumeler die Pfanne in die Hand und begann zu kochen. Köstlich zubereitete Teigwaren an einer etwas scharfen Sauce konnten anschliessend gemeinsam eingenommen werden. Im Anschluss an diese Mahlzeit, machte man es sich an einem der vielen Schweizer-Familie-Tischen gemütlich, um das eine oder andere Bier zu geniessen.
Mit fortschreitender Zeit, nach mehreren Bieren fanden sich die Bergsteiger plötzlich in einem der übelsten Momente der Weltgeschichte wieder. Aus dem Nichts rangen die gute Frau Joos und der Herr Grüter um den Titel "Schlechtester Witzeerzähler". Den anderen dreien ist es bis jetzt noch unerklärlich, wie sie in diese Situation geraten konnten. Ihnen waren die Hände, das Maul, gebunden.
Nach einer zu langen Zeitspanne des Schmerzes - endlich - wurden keine Witze mehr erzählt. Die Puste war aus und die fünf begannen sich für die Nachtruhe vorzubereiten. Die einen verbrachten die Nacht zusammengekauert im Auto, einige frierend unter freiem Himmel und ein einsamer Wolf in seinem einsamen Zelt, wohlbehütet und warm eingekuschelt.
Am nächsten Tag, nach einem reichhaltigen Frühstück, rückte man aus, um eine weitere Tour durch den Nationalpark zu unternehmen. Dafür fuhr man Richtung Punt la Drossa, wo man beim Parkplatz "3" das Auto stehen liess und in den Bus stieg. In Punt la Drossa angekommen, wurden erneut die Wanderschuhe geschnürt, die Rucksäcke gepackt. Auf einem diesmal sehr angenehmen Wanderweg durchwanderten die fünf Abenteurer Schluchten, mystische Märchenwälder, Lichtungen, tiefer Wald, offene Savannen. Nach einer doch etwas härteren Macunseenwanderung war dies eine willkommene Erholung. Man genoss die wunderbare Natur wie sie leibt und lebt.
Nach ungefähr drei Stunden Wandern wurden die Wanderschuhe, -socken und Bayerhosen wieder eingepackt und die normalen Alltagskleider ausgepackt und angezogen. Schon bald sollte man sich im grauen Arbeitsalltag wieder finden. Man ging wieder separate Wege; der eine nach Oberkirch und anschliessend nach Bern; die andere nach Udligä und anschliessend nach Bern; die andere per Zug nach Bern; die anderen beiden per Zug nach Zürich. Zuhause angekommen blieb ihnen nur noch die Erinnerung eines eindrücklichen Wochenendes in gemeinsamer Wanderlust und Freundschaft.
Ja, dies ist ihre Geschichte.
Vielen Dank für das Mitmachen. Allen sei ein TRULLALA (oder ein Kumbaya!).
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